Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod


Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

Autor: Gerhard Jäger

Genre: Roman
Seiten: 400 Seiten
Verlag: Blessing Verlag

Klappentext:


Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.


Meine Meinung:


Okay, ich melde mich nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder mit einem denkwürdigen Buch zurück. Ein langer Titel, der auf mich im ersten Moment ein wenig abschreckend gewirkt hat, aber nach einer hochgelobten Rezension von einem anderem Blogger, musste ich dieses Buch einfach lesen und habe es schlussendlich auch nicht bereut.

Zum Cover nur kurz, weil es wahrscheinlich auch wenig ausschlaggebend ist. Je mehr man in das Buch hineinfindet, desto mehr kann man da hinein interpretieren und desto mehr versteht man diesen dunklen Mann, der da durch das Schneetreiben läuft. Eine tolle erfasste Szene, aber erst wenn man das Buch kennt.

Der junge Historiker Max Schreiber möchte Abstand von seinem Leben in Wien nehmen und beschließt darum ein Buch zu schreiben. Aber nicht nur irgendeines, sondern eins über die alte und geheimnisumwobene, lange verstorbene,  Katharina Schwarzmann. Dafür reist er in ihr Heimatdorf und findet sich auf der Gegenseite einer kleinen, aber dunklen Gemeinschaft wieder.  Die Gerüchteküche brodelt über und er bekommt es mit viel Abneigung zu tun, vor allem als den Dorfbewohnern klar wird, warum er hier ist und der junge Schreiber scheint immer mehr in dem Dorf und seiner Geschichte zu verschwinden…

Das Buch startet aus der Ich-Perspektive von John Miller, der über sich und das Leben mit seiner verstorbenen Frau berichtet. Außerdem ist er auf der Suche nach seinem Cousin, Max Schreiber, der damals in den Bergen von Österreich als verschollen 1950/51 gemeldet wurde. Dafür reist an den Ort des Geschehens und findet das Manuskript von Schreiber. Und genau hier kommt der Wechsel in die Es-Perspektive und das Leben von Max Schreiber.
 Diese Art von Geschichte hatte ich schon öfters gelesen, doch diesmal hat es mit den hin- und herwechseln super harmoniert, was vor allem daran lag, dass er auch nicht schon wieder nach einem Kapitel kam. 
Zu Inhaltlichen war ich anfangs ein bisschen unsicher, wie die Geschichte auf mich wirken würde. Doch ich bin überraschend schnell reingekommen, was auch Jägers tollen Schreibstil zu schulden war. Die Handlung befindet sich am Anfang auf eine Art Nullpunkt, auch für den Hauptprotagonisten Max Schreiber, sodass ich mit ihm jeden einzelnen seiner Erkenntnisse und Begegnungen mitfiebern konnte. Das hat mir sehr gut gefallen, weil sowohl der Charakter, als auch ich als Unwissende an die Sache „hingeführt“ worden. 
Eine Abschließende Meinung zu der Handlung zu verfassen, ist tatsächlich ziemlich schwer nur in ein paar Worte zu fassen. Sie ist so vielfältig und in unendlichen Schichten spannend, Angst einflößend, aber auch unverständlich. Vor allem gegen Ende, da ich da die Entscheidungen von Schreiber kaum nachvollziehen konnte. Im Großen und Ganzen war ich einfach nur beeindruckt von der Geschichte!

 . Maximilian „Max“ Schreiber war mir Anfang sehr befremdlich, vor allem was seine Art anging die Dinge um ich herum zu interpretieren. Doch tatsächlich hat sich das mit dem weiteren Einleben im Dorf verändert. Seine Gedanken waren offener und haben mich zeitweise echt fangen können. Es war sowohl die Stimme eines starken Charakters, als auch die eines erfahrenen Autors, die dahinter steckten. Aber wie um mir auch den Gegenteil wieder beweisen zu wollen, hat das Buch dann wieder Schritte nach hinten gemacht und mir war Schreiber gegen Ende wieder so unverständlich und verschlossen wie zu Beginn. Auch wenn mich sein Ende und das Ende des Buches sehr überrascht hat!

Gerhard Schreibers Schreibstil ist einfach nur beneidenswert! Er schreibt mit so einem Detailreichtum und hat mich so wortwörtlich in der Geschichte zuschauen lassen. Ich konnte mir seine Figuren und Schauplätze so gut ausmalen, dass es fast unheimlich war. Wirklich, und zusammen mit dieser grundlegenden Geschichte war eine tolle Welt, in die er mich als Leser mitgenommen hat.  

Fazit:


Dieses Buch mit dem ewig langen Titel ist mal wieder ein gutes Beispiel für einen wirklichen Roman!

Note: 2*


Vielen Dank an den Blessing Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Liebste Lesegrüße
Eure Charlotte


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