August 30, 2016

die Honigtöchter


Rezension Die Honigtöchter

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Caboni_CDie_Honigtoechter_172112.jpg

Originaltitel: La custode del miele e delle api

Autorin: Cristina Caboni
Genre: Liebe, Drama
Verlag: Limes
Seiten: 416

Inhalt:

Kurz nach Sonnenaufgang verlässt Angelica Senes eine Landstraße in Südfrankreich und folgt einem von Rosmarin und Lavendelbüschen gesäumten Weg. Sie sucht den Bienenstock auf, den man ihr anvertraut hat. Sie ist reisende Imkerin, und sie liebt ihre Freiheit. Auch wenn sie dabei das türkisblaue Meer ihrer Heimat Sardinien vermisst. Erst als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage hinterlässt, kehrt Angelica zurück. Doch dort muss sie sich dem stellen, was sie einst zurückließ: ihrer Familie, den Geheimnissen der Insel – und Nicola, dem Mann, an den sie schon als Kind ihr Herz verlor ...

Meine Meinung:


Mir wurde leider zu einem Buch vom Limes Verlag abgesagt, aber der Pressebetreuer Sebastian Rothfuss hat mir dieses empfohlen und ich muss sagen, das schon der Titel mich sehr neugierig gemacht hat. Auch der Klappentext klang ganz interessant und da ich gern offen für neue Dinge bin, habe ich natürlich sofort zugegriffen.

Der Titel hat mir als Leser schon einen wesentlichen Bestandteil des Buchverlaufes verraten. Honig: Um ehrlich zu sein bin ich kein großer Honigfan, außer ich klinge wie einer von ACDC auf der Bühne. Trotzdem habe ich mich mal herangetraut.

Angelica Senes ist eine bekannte Imkerin, die quer durch Europa reist und Imkern bei ihren Problemen hilft. Das alles hat sie von ihrer geliebten Patentante Magherita alias Jaja gelernt. Sie starb als Angelica noch jung war. Doch dann erzählt ihr ihre Mutter aus heiterem Himmel, dass Jaja bis vor ein paar Tagen noch gelebt habe und nun in einem Testament Angelica ihr gesamtes Anwesen samt Bienen vererbt habe. Völlig aus allen Wolken gefallen, macht sie sich auf den Weg nach Sardinien und trifft dort auf ihre "alte" Liebe Nicola Grimaldi, seinen egozentrischen Bruder und ein paar nicht sehr begeisterte Verwandte. 

Es ist schön, das mit einem Einblick in ihre Arbeit begonnen wurde.  Klassisch bei so einem Titel, aber für mich als Leser immer hilfreich, dieses komplexe Handwerk verstehen zu lernen (ehrlich ich hatte bisher keine Ahnung!)  Auch überzeugt Caboni von Anfang an mit einer großen Palette an Fachwissen, die ich staunend aufgenommen habe, mir an einigen Stellen aber doch zu dick aufgetragen war. Im Buchverlauf finde ich die vielen Aspekte einer sowohl Titelorientierten Story wieder, aber natürlich darf die Liebe und die Komplikationen auch nicht fehlen. 
Tja, da wäre erstmal Nicola. Nicola Grimaldi, Teilerbe des großen Grimaldi Unternehmen, in Angelicas Augen David Beckham von Sardinien mit ein paar fehlenden oder überflüssigen Charakterzügen. Und bei den Komplikationen sind die liebe Mirta Fenu, die dachte eine geldbringende Cottage zu erben und Claudio Grimaldi, Chef vom großen Grimaldi Unternehmen und scharf auf ein wenig Platz und viel Profit. Ihr seht schon, die Handlung wird vielfältig.

Angelica Senes ist eine ruhige Einzelgängerin, aber durchaus in der Lage ihre Meinung zu vertreten. Sie ist auf ihrem Fachgebiet einsame Spitze. Und sich eine beste Freundin anzulachen, die zufällig auch Bienen und Honig liebt, ist durchaus clever. Die Dialoge zwischen Angelica und Sofia sorgen immer wieder für Spaß. Bei Nicola ist es immer wieder ein hin und her. Manchmal weiß ich nicht, ob sie sich gerade anschmachten, wie ein paar notgeile Katzen wie in Aristo Cats, oder Tom und Jerry imitieren. Auf der Beziehung ihrer Mutter könnte ich Schlittschuh fahren. Aber ich kann Angelica da echt gut verstehen, wenn mir meine Mutter soetwas verschwiegen hätte, wäre es genauso.

Der Schreibstil bleibt mir zwar nicht umbedingt durch seine einzigartige Charaktererschaffung oder Buchhandlung im Gedächtnis, aber dafür weißt Cristina Caboni viel Liebe zum Detail auf. Allen voran natürlich die für die Imkerei, die mir immer bewusst ist. Und auch der Hund Lorenzo und die Katze Pepita geben einen Pluspunkt. 

Fazit:

 Dieses Werk ist wirklich eine Augenweide für Leser mit einer Vorliebe für die Imkerei. Aber auch für komplizierte-Liebesgeschichten-Typen, bei dem der Lover jemand anderes ist als gedacht, ist das Buch wie die Faust aufs Auge.

Note: 2 

Vielen Dank an den Limes Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares
 
Liebste Lesegrüße
Charlotte

August 29, 2016

Das Juwel - Die weiße Rose

Rezension Das Juwel - Die weiße Rose


Das Juwel

Originaltitel: The White Rose

Autorin: Amy Ewing
Genre: Jugend
Reihe: Das Juwel, Band 2
Verlag: FJB 
Seiten: 400


Inhalt:

Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben?

Meine Meinung:

Es ist da, es ist da, es ist da! OMG, ich habe ewig auf die Fortsetzung dieser tollen Story gewartet und jetzt ist es da! Natürlich musste ich es gleich anfangen zu lesen!

Das Cover finde ich wieder toll, vor allem weil es auch zum Titel passt. Aber auch der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht, da der erste Teil ja so einen Cliffhanger hatte.


Das Buch steigt sofort bei dem Ende des anderen Bandes ein, allerdings hatte ich ein paar Schwierigkeiten was die Personen und Details anging. Da hätte ich mir gewünscht, die bisherige Handlung nochmal passé passieren zu lassen.

Violet und Ash sind zusammen erwischt worden und müssen jetzt zusammen mit Violets bester Freundin Raven fliehen. Unterstützt werden sie natürlich von Lucien und Herzogin-Spross Garnet. Danach folgt die Flucht und zog sich auch über die ersten 150 Seiten. Schon war der erste Abschnitt rum und Violet, Ash und Raven waren in der weißen Rose angekommen.

Ich bin super in die spektakuläre Flucht eingestiegen und da sich die Spannung immer weiter gesteigert hat, war es nicht mehr zu toppen! Violet bleibt sich ihrem selbstlosen und freundlichen, aber auch bestimmenden Charakter treu und ich hab sie genauso wie im letzten Buch sofort in mein Herz geschlossen. Doch danach hat das Juwel - die weiße Rose merklich abgenommen. Die Handlung war oft langweilig geschrieben und ich war froh als ich endlich durch war. Das hat mich sehr enttäuscht!

Violet ist super! Wie schon gesagt, mag ich sie als Hauptprotagonistin ungemein und kann nicht anders, als sie zu bewundern! Mich berührt vor allem ihr Beziehung zu Raven, um die sie sich sehr aufopferungsvoll kümmert. Mit Ash ist es einfach so; ja da ist ein Junge und die lieben sich gegenseitig, aber nix besonders oder irgenwelche Liebesbeweise. Da hätte ich mir gerne eine Ausarbeitung gewünscht!

Ewings Schreibstil finde ich ganz schön. Er hat jetzt nicht diesen besonderen Touch, der mir normalerweise bei einigen Autoren im Gedächtnis bleibt. Aber die Idee dieser tollen Story rechne ich ihr groß an.

Fazit: 

Der zweite Teil hat mich wirklich mit Spaß und Spannung erfüllt, leider hat er zur Hälfte ziemlich abgenommen und mir gegen Ende nicht mehr gefallen und leider diesen verfluchten zweiten Band einer Trilogie einnimmt. Ich kann es jedem Fan dieser Reihe empfehlen, damit dann das große Finale mit dem dritten Teil glückt!

Note: 2- 


Viele Lesegrüße
Charlotte

August 26, 2016

Ich war Hitlerjunge Salomon

Rezension Ich war Hitlerjunge Salomon


http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Perel_SHitlerjunge_Salomon_169780.jpg

Originaltitel:  קוראים לי שלמה פרל Qôre’îm lî Schelomo Perel (von rechts nach links :)

Autor: Salomon "Sally" Perel
Genre: Biographie
Verlag: Heyne
Seiten: 256
Preis: 8,99€ 




Inhalt:

Sally Perel ist sechzehn, als er 1941 von den Nazis gefangen genommen wird. Er ist Jude und schon seit Jahren auf der Flucht. Er weiß, dass er nur eine Chance hat: seine Papiere entsorgen und eine andere Identität annehmen. Der Mut der Verzweiflung macht aus ihm Jupp Perjell, das jüngste Mitglied der deutschen Wehrmacht. Ein Jahr lang lebt er mit den Soldaten an der Ostfront und unterstützt sie als Dolmetscher. Danach schickt man ihn nach Braunschweig, wo er bis Kriegsende inkognito in einem Internat der Hitlerjugend bleibt. Sally Perels Autobiografie ist ein ebenso berührendes wie bemerkenswertes Dokument, das nichts von seiner Eindringlichkeit verloren hat. 

Meine Meinung:

Also, als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich erstmal schlucken.
Ich bin immer sehr neugierig auf Bücher oder Biografien, die von der Geschichte meines Landes erzählen. Doch dieses Buch ist anders.
Natürlich gibt es viele Bücher die von Juden und ihren Stories als Geflohene erzählen. Das beste Beispiel ist wohl Anne Frank.
Die Biografie von Salomon "Sally" Perel ist ein ganz anderes Kaliber. Er ist mittendrin und gibt sich während des 2. Weltkriegs als "Volksdeutscher" aus. Aber mit der Intensität hat mich Perel unglaublich überrascht und auch getroffen.
Das Buch beginnt vor dem 2. Weltkrieg. In kurzer Zeit berichtet er über sein Leben bis zu seiner ersten Flucht.  Wie er und sein Familie leben und fliehen, in einem fremden Land Unterschlupf finden und wie er seine Heimat Peine zurücklassen musste.Und immer ist der Rassismus dabei. Bis er dann schließlich bei seiner dritten Flucht gefasst wird und auf der Schwelle zum Tod steht. Und sich eben für diesen lebensveränderenden Schritt entscheidet, bei dem ich mir wahrscheinlich in die Hose gemacht hätte.
Während im gesamten Buchverlauf erlebe ich als Leser mit dem jungen Hitlerjungen Höhen und Tiefen, die immer spürende Angst aufzufliegen. Es hat mich einfach nur beeindruckt.

Er zeigt das Innere, den Kern Deutschland, als einer von Ihnen. Nicht im Herzen, aber äußerlich. Und wie sehr diese damalige Manipulation gehandhabt wurde.
In einer Biografie sehe ich anders in die Person hinein, als in eine Fiktive. Ich weiß, dass die Dinge, die mir die Person gerade erzählt, echt sind und das musste ich mir immer wieder zur Gemüte führen. 

Und so komme ich zur Person Sally Perel und seinem Schreiben. Ich habe schon einige Biografien gelesen, auch aus der damaligen Zeit. Aber ich muss ehrlich sagen, dass mich keins so sehr in meinen Bann gezogen hat. Das liegt auch 100% an Perels packendem Leben, das er mit seinem tollen Schreibstil komplettiert. Man wünscht ihm wirklich den  Frieden und ich hoffe, das er den jetzt im unglaublichen Alter von 93 Jahren im heiligen Land Israel gefunden hat (übrigens ein supertolles Land).


Fazit:

Packend, treffend und weiterempfehlend. Punkt.


Note: 1*

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

 

August 14, 2016

Knochen zu Asche

 

Rezension Knochen zu Asche


http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Reichs_KKnochen_zu_Asche_10_169757.jpg

Originaltitel: Bones to Ashes

Autorin: Kathy Reichs
Genre: Crime
Reihe: Temperance-Brennan Reihe, Band 10/ Bones Reihe, Band 10
Verlag: Heyne
Seiten: 400 Seiten

Inhalt:

Als junges Mädchen musste Tempe Brennan erleben, wie ihre beste Freundin Evangeline unter mysteriösen Umständen zum Vermisstenfall wurde. Dreißig Jahre später reißt ein Skelettfund im kanadischen Nova Scotia alte Wunden auf. Hängen diese Knochen mit Evangelines Verschwinden zusammen? Ein kleines vergilbtes Versbuch könnte die Antwort verraten.

Meine Meinung:


Ein neue Auflage vom Buch der Königin der forensischen Autoren! Kathy ' neuer Coverumschlag  auf den Markt und ich fühle mich verpflichtet es zu lesen, da ich es entschuldigenderweise noch nicht getan habe.

Knochen zu Asche fängt auf jedem Fall schonmal mit dem Klapptext spannend an und hat defintiv mein Interesse geweckt. Es geht mal wieder um Tempe's Vergangenheit und die Beziehung zu einem gewissen Detective ;). Gespickt wird das ganze mit fachlichen und hochgeschätzten Dialogen, die ich Reichs klugen Verstand zugute kommen lasse.

Temperance Brennan lernt im Alter von 10 Jahren Évangéline kennen. Sie ist besonders. Und als ihre Freundin 4 Jahre später unter unbekannten Umständen verschwindet, bricht eine kleine Welt zusammen. Über 40 Jahre später (da kann man sich mal ausrechnen wie alt Tempe ist) tauchen einige junge Frauenleichen auf und bei ihr kommen alte Erinnerungen wieder hoch. Zusammen mit einem schrägen, übergewichtigen Cop, dem Ex alias Detective und der kleinen Schwester macht  sich die Schöpfung von Reichs auf die Suche nach Hinweisen und geht weit in die Vergangenheit, trifft auf entsetztliche Bilder (viele Bilder) und Videos, die unter aller Menschenwürde sind.

Reichs steigt super mit dem Kennenlernen von Tempe und Évangéline ein und natürlich kommt auch der Tod von Brennans Bruder und Vater "gelegen", sodass sie sich in der selbst erschaffenen Welt mit ihrer neuen Freundin verliert und auch 4 Jahre später wieder am Boden liegt, als auch Évangéline vielleich tot sein könnte. Der weitere Buchverlauf beschreibt wieder einen üblichen Kriminalfall, wie anzunehmen war. Doch dass diesmal immer die Angst vor der Wahrheit mitschwingt und nicht alles geradeaus läuft, sondern die Spur oft verloren scheint und im tiefsten Treibsand verläuft. 

Temperance Brennan erscheint mir in diesem Teil mal wieder in einem völlig neuem Licht. Nicht, dass Reichs uns Leser in den letzten Büchern mit genügend persöhnlichen Stoff versorgt hätte, aber die Kindheit eines Hauptcharakters ist immer wieder was besonderes. Genial finde ich natürlich die vielen Gedankengänge und medizinischen Fachmeinungen, die schon in dieser tollen Reihe verankert sind.

Ich kann Reichs zum Himmel für dieses echte Meisterwerk loben, aber das ist, glaub ich, in den letzten Zeilen gut zum Ausdruck gekommen. Für mich ist es auch ein Einblick in die Seele der Autorin, die ja mehr oder weniger den gleichen Beruf ausübt wie Tempe und so natürlich die offene Tür zu neuen Ideen hat.

Fazit:

Ich glaube, ich habe gerade ein Lauf was gute Bücher angeht. Genau wie jetzt wieder, hat Knochen zu Asche überzeugt. Nicht nur als Krimi und großer Fachkompetenz, sondern, auch mit tiefgründigen Charakteren und deren Beziehungen. Jeder Krimi-Liebhaber und Bones-Fan wird dieses Buch lieben!
  

Note: 1

 

 Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Liebste Lesegrüße
Charlotte

Raum


Rezension Raum

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Originaltitel: Room

Autor: Emma Donoghue
Genre: Roman
Verlag: Piper
Seiten: 416

Inhalt:

Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …


Meine Meinung:


Ich weiß, dass man eigentlich erst das Buch lesen sollte und dann den Film als Vergleich. Aber weil Brie Larson den Oscar für ihre Performance der Joy Newson in „Raum“ bekommen hat, musste ich natürlich gleich ins Kino und ihn mir ansehen!


Vor 2 Wochen habe ich dann zufällig „Raum“ in meiner Buchhandlung entdeckt und es musste natürlich sofort mit! Das Cover finde ich sehr schön, weil es auch gleich einen


Was schon verraten wird, ist das der 5-Jährige Jack und seine „Ma“ in einem 14 qm großen Raum gefangen gehalten werden. Jack weiß nichts von der Welt da draußen, für ihn sind Bäume, Hochhäuser und andere Menschen alles Fernseher. Doch dann eröffnet ihm Ma eine verrückte Geschichte, an die sich ein riskanter Plan anschließt. Und zwar die Flucht mit ihm zu versuchen und dabei spielt er die große Schlüsselrolle.


Ohne groß um die Vorgeschichte rumzureden, steigt Donoghue gleich in das alltägliche Leben von Jack und Ma ein. Das ganze Buch ist aus Jacks Perspektive erzählt, was mir ziemlich gut gefällt, da so die Gefühle eines 5-Jährigen, der zwr im Lesen, Rechnen und Schreiben ein Ausnahmetalent seines Alters ist, aber bei sozialen Kontakte verständlicherweise ziemlich verweist ist.

Den Einblick in Jacks Leben fand ich ziemlich erschreckend, weil es einerseits so gut geschrieben ist. Aber den Nebeneffekt hat, dass alles sehr authentisch und zum Nachdenken anregt.

Jack ist für mich nicht nur als Hauptperson eine sehr interessanter Charkter. Er hat diese wirklich herzliche Seele und hängt an seiner Ma, was auch zum Ende hin immer deutlicher wird. Er kennt die Welt da draußen nicht und mit jeder weiteren Seite im Buch scheint er aber genau an diesem Unwissen zu wachsen. Er entdeckt seine neue Welt, die ihm Ma eröffnet.
Ma dagegen ist diese eingeschüchterte und sich fügende Persönlichkeit. Sie ist total von ihren Erlebnissen zurückgezogen und wenn Jack nicht wäre, würde ihre Lebenserhaltungdaer auch nicht mehr so gut aussehen. Doch als sie beginnt in ihren Sohn die Hoffnung sehen, endlich aus dieser Hölle zu entkommen, gefällt sie mir immer besser und wird für mich zu einem prägenden Charakter.

Der Schreibstil ist wieder mal etwas ganz anderes, weil es durch das kindliche von anderen Büchern abhebt. Doch Donoghue bewahrt sich auch die Ernsthaftigkeit, die ja in jeder Szene vorhanden ist. 

Fazit: 

Raum überzeugt vor allem in seiner Tiefgründigkeit, die durch Jack's Führung noch mal verstärkt. Donoghue hat über 400 Seiten Spannung geboten. Die unglaublichen Beziehung zwischen Mutter und Kind gibt ein wirklich zu bedenken und lässt darüber nachdenken, was wir wirklich brauen, um in dieser Welt zu leben.

Note: 1*    

   Liebste Lesegrüße

Charlotte 

August 13, 2016

Selection


 Rezension Selection


Selection 01 

Originaltitel: The Selection

 Autorin: Kiera Cass
Reihe: Selection, Band 1
Genre:  Jugend, Liebe
Verlag. Fischer
Seiten: 368 

Inhalt:


Die Chance deines Lebens?

35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien. Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Meine Meinung:


Ganz ehrlich, ich bin eigentlich kein Fan von Prinzessinen, oder zumindest hab ich damit im Alter von 10 Jahren abgeschlossen. Aber bei dem Klappentext musste ich einfach zugreifen. Das erste Mal hab ich Selection gleich nach dem Erscheinen 2012 gelesen und auf dem Schlag folgten dann Teil 2 und 3. Und weil ich auf einem Ausflug natürlich nicht die Stadt, sondern den Buchladen besichtigten musste, fiel mir dann auf, dass diese Reihe jetzt auch als Taschenbuch im Handel ist. Tja, und wie der Wille so will, sprang es förmlich in meine Hand! 

Das Cover ist auch echt eine Augenweide! Ich als Leser habe sofort gemerkt, dass es sich eben um das Prinzessinnendasein mit allen drum und dran handelt.

Selection dreht sich, wie schon im Klappentext darum, dass der Prinz von Iléa eine Frau sucht. Dafür veranstaltet er ein Casting, wo aus jeder Provinz ein Mädchen ausgewählt wird. America Singer wird zu der glücklichen Auserwählten, doch weil sie aus Kaste 5 stammt, ist sie in vielen Augen keine Bedrohung. Das Kastensystem geht von 1 bis 8 und je höher man ist, desto reicher und nicht erniedrigerende Jobs hat man. America verlässt ihre eigentliche große Liebe Aspen und findet sich in der surealen neuen Welt wieder. Und auch wenn Prinz Maxon in Americas Augen nicht Mann ihrer Träume ist, lässt sie sich auf einen Deal mit ihm ein, der nicht nur ihre Einstellung dem Königshaus gegenüber ändert.

 Den Beginn des Buches ist wirklich klasse, und sofort mochte ich Americas Art. Ich kam auch gleich rein und Cass hat sofort einen Einblick in das Leben der 5 und ihrer Familie gegenben. Vor allem aber ist mir auch gleich zu Beginn klar geworden, dass America nicht dem Ideal der üblichen Disney Prinzessin entspricht und das auch im Buchverlauf sehr deutlich macht. 

America Singer ist mal die etwas andere Hautfigur, die ich normalerweise zu lesen bekomme. Anfangs wird sie von Cass als sehr ruhig beschrieben, was vielleicht auch bis zum ersten Aufeinandertreffen mit Maxon anhält, gott diese Szene hat wirklich Ooscarbedarf! Aber auch ansonsten ist sie eher diejenige, die nicht umbdingt ihre Meinung vor Publikum kund tut, sondern nur bei den Menschen denen sie vertraut ihre Maske abnimmt.  Neben Kamera und Treff im Damensalon, ist für mich die Beziehung zu ihren Zofen Anne, Mary und Lucy ein echt schöner Aspekt. Das ist die wirklich herzliche Seite an ihr, die auch jeden Leser, oder wahrscheinlich nur Leserin, das Herz warm werden lässt. 
Der andere Überraschungsprotagonist ist Maxon. Echt, ich habe noch nie einen so großen Softy erlebt, nicht mal Peeta aus "Tribute von Panem" ist vergleichbar. Maxon ist im Schloss aufgewachsen, und damit immer von der Außenwelt abgewschrimt gewesen. Er hat nie mitbekommen, wie es ist, Hunger zu leiden oder Menschen sterben zu sehen. Deshalb ist er für mich anfangs unter die Kategorie verhätschelter Sohnemann gefallen. Er ist sehr unsicher und von Americas Art teilweise echt verwirrt, was vielleicht auch daran liegt, dass er nie mit Mädchen zutun hatte. Doch gegen Ende kommt einmal seine Herrscherseite zum Vorschein, mit der er seinen Vater und alle Auserwählten staunen lässt.

Das Ende lässt auf einen interessanten zweiten Teil hoffen und Selection ist der Start einer interessanten Trilogie, die hoffentlich auch bald auf der großen Leinwand erscheint.

Kiera Cass Schreibstil hat mich in allen Lagen überzeugt. Ihre Erschaffung der ruhigen, aber auch gleichzeitig stürmischen Personlichkeit America ist der Anbeginn eines Meisterwerks. Die Dreiecksbeziehung ist zwar nichts neues, aber die Konfliktgeschichte für die nächste Teile sind gesetzt.


Fazit:

Die ganze Story hat mich wirklich vom ersten Moment mitgerissen und ich habe das Buch verschlungen. Cass' Hand und ihr Sinn für königliche Details haben kräftig dazu beigetragen. Ich lege diese Geschichte jedem Liebesroman Fan, aber auch Neuentdeckern ans Herz!

Note: 1

Liebste Lesegrüße
Eure Charlotte

August 11, 2016

Der stumme Zeuge



Rezension der stumme Zeuge

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Silvestre_EDer_stumme_Zeuge_166520.jpg 

 Originaltitel: A Felicidade é Fácil

Autor: Edney Silvestre
Genre: Krimi
Verlag: Limes Verlag
Seiten: 224

Inhalt:


Wo Geld alles ist, zählt das Leben eines Kindes nichts ...

São Paulo, Brasilien: Ein kleiner blonder Junge wird mit einer Luxuslimousine von der Schule abgeholt. Minuten später ist der Fahrer des Wagens tot, das Kind in der Gewalt einer Söldnertruppe. Mit der Entführung soll der Vater des Kindes, der mächtige Medienmogul Olavo Bettencourt, zur Aufdeckung eines Korruptionsskandals der brasilianischen Politikelite gezwungen werden. Doch Bettencourt reagiert nicht auf die Forderungen und den Entführern läuft die Zeit davon. Sie bekommen Zweifel: Haben sie den richtigen Jungen in ihrer Gewalt?


Meine Meinung:


Ganz zu Anfang muss ich sagen, dass dieses Buch beim ersten Moment sehr neugierig gemacht hat. Anders als bei vielen Krimis die ich schon gelesen habe, klang es auch nach einer wirklichen Hintergrundstory, die die Handlung und Protagonisten immer begleiten, weshalb ich mich letztendlich auch dafür entschieden habe.

Das Reinkommen war allerdings sehr schwierig für mich. Was vor allem daran lag, dass das Buch in vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben ist und dann auch noch in Zeitunterschieden, die wild variieren und mal vor der Verschleppung sind und mal danach. Doch spätestens als Silvestre die meisten Charaktere vorgestellt hat, ist mir das Lesen auch leichter gefallen und ich bin in eine wirklich interessante Geschichte reingerutscht.


Der große Handlungsstrang ist die Entführung des Sohnes von Olavo Bettencourt, der ein hohes Tier in der Politik und allgemein in allen Medien ist. Er hält sich für Gott höchstpersönlich und vor allem seine Frau Mara darf ihm bei seinen Geschäften nicht im Weg stehen! Man bekommt Einblicke in die verschiedenen Lebensabschnitte der Menschen, die mit der Entführung etwas zu tun haben. Auch der Fahrer, Major, ist sehr oft mit Kapiteln versorgt und der Leser erfährt etwas von seinem Hintergrund. Dann wird Olavo und Maras Sohn vermeintlich entführt und die Entführer, die aus den verschiedensten Lateinamerikanischen Ländern zusammengestellt(!) wurden, fordert eine hohe Summe an Lösegeld. Doch ist es gar nicht Olavinho, sondern der taubstumme Sohn der Haushälterin.    

Die Story, die wie schon gesagt, wird von vielen verschiedenen Protagonisten erzählt, darunter der Vater des vermeintlich entführten Sohn, Olavo. Und seine Frau, Mara. Mir gefällt wie realitätsnah alles geschildert wird und es klingt, wie nach wahren Begebenheiten. Und es handelt sich wirklich nicht um einen normalen Kriminalroman, weshalb ich die Genreeinteilung vielleicht ein wenig unpassend finde. Meine absolute Lieblingsperson, oder eher gesagt Personen, sind die Entführer, Ach, die sind echt klasse. Hintergrundlastig allemal, vor allem in politischen Sinne! Aber wie die miteinander umgehen, ist teilweise echt grandios zu lesen und macht echt Spaß!

Die Personen sind bei 224 Seiten echt tiefgründig und gut gelungen. Für mich war es ganz anders, weil sich Silvestre mit seiner Meinung zur damaligen (das Buch spielt 1989) Politik nicht hinterm Berg hält und genau das wünsche ich mir als Leser öfter. Olavo ist für mich ehrlich gesagt ein sexistisches Arschloch, der immer nur seinen eigenen Profit und Vorteile in der Situation sieht. Er ist für die Story immer handlungsführend. Seine Frau Mara hat sich für mich komplett gewandelt. Am Anfang fand ich sie sehr unsympathisch. Verwöhnt und das übliche Blondchen (sie ist wahrhaftig blond) das nur an die Kohle des reichen Typen ran will. Und genau das ist auch die Absicht von Silvestre gewesen! Denn Maras Person wird erst nach der Entführung des Jungen klar und gegen Ende bringt sie echte Muttergefühle auf, auch wenn sie ironischerweise für den falschen Jungen sind.

Das Ende ist dann irgendwie, ja, nicht so doll. Ohne jetzt irgendwas zu spoilern, kann ich sagen, dass ich einfach nur enttäuscht bin! Nach der wirklichen Spannung, geht das echt gar nicht!

Zu Silvestre Schreibstil kann ich nicht oft genug erwähnen, wie wahr er sich an der Realität hält. Er ist selber in den sogenannten Favelas aufgewachsen und bringt das auch gekonnt ein (ironischerweise schaue ich gerade Olympia Rio).


Fazit:


Ein gut gelungenes Buch, mit guten Handlungssträngen. Tiefgründigen Protagonisten, die sehr an das wahre Leben in Brasilien anknüpfen. Leider kommt man nicht einfach in das Buch rein und es dauert eine Weile bis man sich in der Story wiederfindet. Empfehlen würde ich es Lesern, die auf einen starken Hintergrund mit politischen Themen stehen und ganze Schmiererei interessiert!

Note: 2       

Vielen Dank an den Limes Verlag für die Bereitstellung dieses Rezi-Exemplars